Unterbau / Bauweise

 

Im Bereich des Pflasterbaus haben sich über die Zeit viele verschiedene Bauweisen entwickelt und bewährt, es sind jedoch nur wenige dieser Bauweisen in Norm und Richtlinien festgeschrieben.

 

Festgeschriebene Bauweisen findet man ZTV Wegebau. Nicht normierte Bauweisen sind vielerorts in guter Qualität anzutreffen. Der Einbau erfolgt größtenteils in Handarbeit, ein Verlegen mit maschineller Unterstützung ist bei geeigneten Pflasterformaten jedoch möglich. Ausgeführt wird der Einbau durch Landschaftsgärtner oder Straßenbauer.

 

Ungebundene Bauweise

Die ungebundene Bauweise ist die älteste Pflasterbautechnik und zählt heute zur Standartbauweise. Die Steine werden auf ein Bett aus Splitt, Sand oder Granulat gesetzt. Darauf abgestimmt ist das Fugenmaterial, das idealerweise aus dem gleichen Material bestehen sollte. Diese Konstruktion reagiert auf staatische oder dynamische Belastung mit elastischer Verformung. Temperaturspannungen werden durch ungehinderte Verformung abgebaut, es entstehen keine Zwängungen. Die Pflasterdecke bleibt grundsätzlich wasserdurchlässig. Nachteilig ist die Gefahr, dass der Fugstoff aus der Fuge gewaschen oder beispielsweise durch Kehrsaugmaschinen ausgekehrt und ausgesaugt wird. Als Folge können die Steine ihren Halt verlieren. Oft wird auch die Befürchtung geäußert, dass das Wurzelwerk der Fugenvegetation die Steine herausdrücken könnte, dieses kann jedoch auch verfestigend auf die Verlegung wirken.

 

 

Gebunden Bauweise

Hier bestehen das Pflasterbett und die Fugen aus einem Zementmörtel, der zum Teil mit Zusätzen verbessert wird. In älteren Büchern und Merkblättern wird die gebundene Bauweise als starre Bauweise oder Concrelith bezeichnet. Das Wort ,,starr“ assoziiert die Vorstellung, dass keinerlei Verformungen auftreten. Das ist jedoch nicht der Fall. Die Dehnungen bei gebundenen Pflasterflächen dürfen nur ein sehr kleines Maß erreichen. Die Bruchdehnung beträgt bei Zementmörtel nur 0,1-0,2·10˜³ oder 0,1-0,2 mm/m. Dieses ist weniger als 1/10 bis 1/100 derjenigen von Stahl oder Aspalt. Bei der Überschreitung dieser geringen Bruchdehnung oder ebenfalls geringen Zugfestigkeit entstehen Risse und sich lösenden Fugen, wodurch sich wiederum einzelne Steine aus dem Verband lösen können.

 

Es besteht die Möglichkeit durch die Verwendung von speziell für diese Zwecke und Ansprüche hergestellten Fugenmörtel auf Reaktionsharzbasis diesem Effekt entgegenzuwirken. Reaktionsharzfugenmörtel sind meist drainagefähig. Aufgrund der offenporigen Struktur dieser drainagefähigen Fugen ist das Risiko von Frostschäden geringer als bei wasserabweisenden Fugenmörteln. Das Material besteht aus einem Quarzsand und einem Harz, das untergemischt werden muss oder aber auch, je nach Hersteller, bereits eingemischt ist.

 

 

Die Tragschichten unterhalb des Pflasters müssen besonders verformungsstabil hergestellt werden. Qualitativ hochwertige gebundene Decken sind nur mit genauer Planung, abgestimmten Materialien und aufwändiger Herstellung erzielbar.

 

Bauweise der verfestigten Fugen


Diese Technik orientiert sich an der ungebundenen Bauweise, in diesem Fall besteht der obere Teil der Fuge jedoch aus gebundenem Material. Die Tiefe der gebundenen Fuge beträgt dabei mindestens 3 cm und kann im Höchstmaß die volle Steinhöhe annehmen. Verbindliche Regelungen oder Richtlinien gibt es für diese Bauweise nur wenige, dennoch wird sie vielerorts ausgeführt. Durch die gebundene Fuge ist ein Versickern von Oberflächenwasser nicht bei allen Typen von Fugenmörteln möglich, eine ausreichende Neigung der Pflasterfläche zur Entwässerung ist daher immer einzuhalten, wenn keine drainagefähige Reaktionsharzfuge zum Einsatz kommt. Da bei dieser Bauweise kein ,,starrer“ Baukörper erzeugt wird, muss die Fugenmasse möglichst elastische Eigenschaften besitzen, um eventuell auftretende kleine Bewegungen im Pflaster ausgeichen zu können. Hierfür eignen sich besonders Fugenmassen aus Bitumen, es kommen jedoch auch Mörtel auf Zement- oder Reaktonsharzbasis zum Einsatz. Die zuletzt genannten Reaktionsharzfugen (VDW 800 usw.) werden von einigen bekannten Herstellern inzwischen für verschiedene Lastfälle angeboten. Die 2-K-Mörtel erreichen durchaus die Festigkeiten von Zementfugenmörtel und werden bei Flächen der Bauklasse 3 bis 6 verbaut. Entscheidend für eine lange Lebensdauer der Fugenmassen ist ein tragfähiger, fester Unterbau. Grundsätzlich sollten feste Fugen bei einem ungebundenen Unterbau nur auf gering belasteten Verkehrsflächen (beispielsweise Gehwege) eingebaut werden, da die Fugenfüllung bei starker Belastung Schaden nehmen kann.


Versickungsfähige Bauweise Diese Bauweise ist ein Teilgebiet der Versickerungsfähigen Verkehrsflächen und wählt einen anderen Weg in der Pflasterbautechnik. Der Grundsatz, anfallendes Oberflächenwasser möglichst schnell abzuleiten und damit ein Eindringen in die Pflasterkonstruktion zu verhindern, wird bei dieser Technik fallen gelassen. Ziel der wasserdurchlässigen Bauweise ist es, das Oberflächenwasser ohne Umwege durch das Pflaster hindurch in den Untergrund zu versickern. Eine Versickerung kann dabei entweder ausschließlich durch die Fugen (Sickerfugen), aber auch durch wasserdurchlässige Pflastersteine erfolgen. Zwischen den Steinen ist häufig die Ausbildung einer so genannten Fugenvegetation erwünscht. Die erfolgreiche und dauerhafte Begrünung der Fugen ist jedoch abhängig von der Verkehrsbelastung der Fläche. Die Tragschichten müssen auf die Sickereigenschaft abgestimmt und filterstabil aufgebaut sein.


Folgende Unterbaumaterialien haben wir lagermäßig vorrätig

  • Rheinsand 0/2
  • Rheinsand 0/8
  • Rheinsand 0/16
  • Silbersand
  • Ganusand
  • HKS 0/22
  • HKS 0/45
  • Gruß 0/5
  • Natursplitt 2/5
  • Dolosand 0/5
  • Glasasche 0/8

Pflastersteine & Verlegung

 

Verlegung in 11 Schitten (mit 8 cm starkem Pflaster, geeignet für PKW):

 

1. Pflasterfläche ca. 40 cm ausheben. Der Ausbau ist so auszuführen, dass keine Staunässe entsteht. Der Unterbau muss auf gewaschenem oder gut verdichtetem Boden liegen!

 

2. Randbegrenzung so herstellen, dass ein seitliches Ausweichen und Absinken der Steine verhindert wird. Um den genauen Abstand der Randbegrenzung zu ermitteln, ist es zweckmäßig, einzelne Steinreihen vorher auszulegen und dabei 1-2 cm zuzugeben.

 

3. Entwässerungsrinnen auf ein Betonfundament verstetzt – dabei genau auf das Gefälle achten! Alle gepflasterten Flächen sollten ein Quergefälle von mindestens 2-3% und in den Rillen ein Längsgefälle von mindestens 0,5% zu einer Abflussmöglichkeit haben.

 

4. Mineralgemisch (0/22 bis 0/45) in einer Stärke von ca 30 cm einbauen und mit einer schweren Rüttelplatte lagenweise verdichten. Nach dem Verdichten muss von der Oberkante Schotter bis zur Oberkante Flächenbegrenzung noch ein einheitlicher Abstand von ca. 11 cm bleiben (4 cm Feinsplitt + 8 cm Pflaster – 0,5 – 1 cm zum Abrütteln).

 

5. Auf diesem Unterbau (Tragschicht) wird ein ca. 4 cm dickes Pflasterbett aus einem kornabgestuften Splitt (0/5 bzw. 2/5 mm Körnung) aufgebracht.

 

6. Rohre oder Holzleisten im Abstand von ca. 2 m in die Feinschicht legen, so dass die Oberkante der Rohre einen gleichmäßigen Abstand von 7 cm zur Oberkante der Flächenbegrenzung hat.

 

7. Eine Richtlatte oder ein gerades Brett über die Rohre hinwegziehen, so dass ein völlig ebenes ''Bett'' entsteht.

 

8. Die abgezogene Bettung darf nicht mehr betreten werden und muss schon jetzt dasselbe Quer- und Längsgefälle aufweisen wie die spätere Pflasterdecke.

 

9. Nun wird an einer geraden Kante quer zur Fahrtrichtung mit dem Verlegen des Pflasters begonnen. Das Pflaster muss ca. 1 cm höher als die Flächenbegrenzung liegen. Die Pflastersteine sind immer höhen-, winkel- und fluchtgerecht (mit Schnur) in einem gleichmäßigem Verbund mit ausreichender Fugenbreite (3-5mm), die sich aus dem Rastermaß der Pflastersteine ergibt, auf die vorbereitete Bettung zu verlegen. Der geradlinige Fugenverlauf sollte nach ca. 5 verlegten Steinreihen kontrolliert werden. Abstandhalter sind kein Ersatz für das vorgeschriebene Fugenmaß.

 

10. Das Schließen der Fugen muss kontinuierlich mit dem Fortschreiten des Verlegens eingehalten werden. Dies geschieht in der Regel, indem trockener Flusssand oder Brechsand (Körnung 0/2) auf das Pflaster aufgebracht und vollständig in die Fugen zur Sättigung eingebracht wird.

 

11. Der absolut saubere und trockene Belag wird vom Außenbereich zur Mitte hin mit einer geeigneten Rüttelplatte bis zur Standfestigkeit eingerüttelt. Danach sind die Fugen nochmals zu schließen. Das Auskehren wird nach einigen Tagen wiederholt, da sich der Sand in den Fugen nochmals verdichtet.

 

Zum Abrütteln eine Rüttelplatte mit Kunststoffschild verwenden, um Beschädigungen an der Steinoberfläche zu vermeiden.

 

 

Schaubild von einem Klinkerpflasteraufbau mit den unterschiedlichen Schichten

Verlegung der Natursteine

 

Früher galt die Dickbettverlegung als die Standard-Verlegemethode für Keramik- und Natursteinbeläge.

 

Früher galt die Dickbettverlegung als die Standard-Verlegemethode für Keramik- und Natursteinbeläge. Durch die Entwicklung der Klebemörtel wurde diese Verlegeart heute weitestgehend durch die Dünnbettverlegung ersetzt. Die Dickbettverlegung bietet im Vergleich zur Dünnbettverlegung einige Vorteile:

 

Unebenheiten des Untergrundes oder der Belagstoffe können ausgeglichen und somit eine sehr ebene Oberfläche erzielt werden. Ihre Nachteile liegen vor allem im größeren Zeitaufwand, den höheren Konstruktionsaufbauten und den größeren Flächengewichten. Außerdem erhöht sich durch den hohen Wassergehalt des Verlegemörtels bei verschiedenen Natursteinsorten die Gefahr des Verfärbens (Naturstein sollte gemäß DIN 18332 mit Trasszement, Spezial-Trasszement oder Schnellzement verlegt werden). Die früher häufig praktizierte Verlegeart der sogenannten „Frisch in Frisch“ Methode sollte nur noch in Ausnahmefällen angewandt werden und verlangt hohe Sorgfalt bei der Ausführung.

 

Die Mittelbettverlegung vereint die Vorteile der Dickbett- und der Dünnbettverlegung: geringere Anmachwassermenge, gute Ausgleichsmöglichkeit von Toleranzen des Untergrundes oder des Belages. Die Dicke des Kleberbettes liegt in der Regel zwischen 5 und 20 mm. Beim Anmachen des Verlegemörtels ist darauf zu achten, dass die vom Hersteller vorgegebene Wassermenge genau eingehalten wird. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass die Platten im Mörtelbett absacken.

 

Die Dünnbettverlegung ist eine sehr häufig angewandte Art der Verlegung. Der Kleber wird mit einem Zahnspachtel auf den Untergrund aufgekämmt und der Belag anschließend unter leichter Drehung in das Kleberbett eingeschoben. Es ist eine Vielzahl verschiedener Kleber am Markt erhältlich, die sich in ihren Additiven unterscheiden (z. B. Flexkleber und Schnellkleber). Meist handelt es sich um hydraulisch erhärtende Kleber auf Zementbasis. Der Vorteil dieser Verlegeart liegt in der raschen Arbeitsweise. Es werden sehr hohe Flächenleistungen in kurzer Zeit erzielt. Außerdem wird im Vergleich zur Dickbettverlegung nur sehr wenig Anmachwasser benötigt. Dies wirkt sich vor allem auf verfärbungsgefährdete Natursteinsorten positiv aus, da es dort nur dann zu Verfärbungen kommen kann, wenn Wasser als Transportmittel zur Verfügung steht. Der Nachteil der Dünnbettverlegung liegt vor allem darin, dass Unebenheiten des Untergrundes nicht ausgeglichen werden können. Sollte also ein Untergrund größere Unebenheiten aufweisen, so ist eine vorherige Spachtelung empfehlenswert.

 

Seit relativ kurzer Zeit steht auch der Fließbettmörtel als Verlegeart zur Verfügung. Mit Hilfe dieser Mörtel wird eine nahezu hohlraumfreie Einbettung der Fliese oder des Natursteinbelages in das Kleberbett ermöglicht. Auch die Verlegung durchscheinender Natursteinbodenbeläge wird so vereinfacht. Da dieser Mörtel durch seine fließfähige Konsistenz selbstnivellierend Unebenheiten des Untergrundes ausgleicht, können sich bei der Verlegung durchscheinender Natursteinfliesen keine Zahnungen des Klebers durch die Platten hindurch abzeichnen. Mittlerweile sind auch Fließbettmörtel am Markt erhältlich, deren Einsatzbereich durch die Menge des Anmachwassers gesteuert werden kann.